
Egino G. Weinert, Sonntags-Evangelien-Kalender: Gebt Gott, was Gottes ist.
Sonntag zu Hause
Den Nächsten lieben wie dich selbst
Vorschlag für einen Gottesdienst zuhause – 30. Sonntag im Jahreskreis (25.10.2026):
Lied
GL 489 Lasst uns loben, freudig loben
Zur Ruhe kommen
Wir atmen tief ein und aus. Wir spüren unseren Atem. Wir lassen alle Gedanken kommen und wieder gehen. Wir sprechen mit dem Atemrhythmus mehrere Male langsam:
Mein Heil – bist du
Gebet
Immerfort empfange ich mich
aus Deiner Hand.
Das ist meine Wahrheit und meine Freude.
Immerfort blickt dein Auge mich an,
und ich lebe aus Deinem Blick.
Du bist mein Schöpfer und mein Heil.
Lehre mich in der Stille Deiner Gegenwart
das Geheimnis zu verstehen,
dass ich bin
und dass ich bin durch Dich
und vor Dir und in Dir.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus (Mt 22, 34-40)
In jener Zeit,
als die Pharisäer hörten,
dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte,
kamen sie am selben Ort zusammen.
Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer,
wollte ihn versuchen
und fragte ihn: Meister,
welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste?
Er antwortete ihm:
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben
mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele
und mit deinem ganzen Denken.
Das ist das wichtigste und erste Gebot.
Ebenso wichtig ist das zweite:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
An diesen beiden Geboten
hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
Gedanken zum Evangelium
- Gottesliebe und Nächstenliebe stehen in unterschiedlicher Gewichtung auch im jüdischen Gesetz, das den Pharisäern wichtig ist. Jesus aber verbindet die beiden Gebote und stellt sie gleich. Verbindet sich beides auch für mich?
- Wie kann ich Gott lieben? Wie geht das? Aitmatow lässt im Roman „Die Richtstatt“ einen grausam Sterbenden danken, dass Gott ihm die Liebe ins Herz gesenkt hat. Die Liebe ist Geschenk des liebenden Gottes, aber ich muss mich öffnen, bereitmachen für dieses größte Geschenk.
- Nehme ich mir Zeit für das Gespräch mit Gott? Ganz persönlich?
- Den Nächsten lieben wie mich selbst, das ist leicht, wenn mir der andere sympathisch ist. Wie gehe ich aber damit um, wenn ich abgelehnt, ja gehasst werde? Bringe ich es fertig, ehrlich für diesen Menschen zu beten? – Auch er ist Gottes geliebtes Kind.
Gebet
Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist,
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.