Gedanken zum Monat

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gäste,

ein von der Pandemie geprägtes Jahr liegt hinter uns. Von vielen höre ich, wie erschöpft sie sind. Darin steckt eine Wahrheit: unsere Kräfte sind nicht unerschöpflich, denn wir sind nicht die Schöpfer unseres Lebens. Wir haben es nötig, Pausen zu machen, um neue Kraft zu schöpfen. Von Martin Luther stammt das Wort: „Man kann Gott nicht allein mit Arbeit dienen, sondern auch mit Feiern und Ruhen.“ Ich wünsche uns allen, dass es uns gelingt, die Arbeit und die noch unerledigten Aufgaben liegen zu lassen und zur Ruhe zu kommen. An einem der letzten Sonntage lasen wir das Gleichnis aus dem 4. Kapitel des Markusevangeliums: Der Bauer sät den guten Samen aus, dann schläft er und steht wieder auf – viele Male. Es wird Tag und wird Nacht, der Samen keimt und wächst, und der Bauer weiß nicht wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. In dieser Zeit kann der Bauer nichts tun, er muss warten und Vertrauen haben, dass das Gesäte zu seiner Zeit Frucht bringt. Schauen Sie auf das verrückte Corona-Jahr zurück: Was war schwer? Worunter habe ich gelitten? Dann aber die Frage: Was habe ich, was haben wir miteinander bestanden? Was hat geholfen? Wo sind mir Kräfte zugewachsen. Und wo konnte ich trotz aller Hindernisse Gutes aussäen? Und nun vertraue ich darauf, dass auch dieses Gute wächst und das wir alle in diesem schwierigen Corona-Jahr in der Liebe Gottes gewachsen sind.

Ein herzliches Dankeschön allen, die geholfen haben, unsere Gemeinde lebendig zu halten: in der Begleitung der Kinder und Jugendlichen, der Senioren, durch Videos und Impulse auf unserer Homepage, durch ihre Dienste bei den Gottesdiensten, durch Kontakthalten….

Einen guten Rat (nicht nur) für die Ferienzeit fand ich in einem Gedicht von Peter Helbich: Ein Stück Himmel

Wir sollten
am Abend
vor das Haus treten,
tief die Luft einatmen
und den Blick
zum Himmel richten;
dem Gesang des Vogels
auf dem Dach lauschen
und das milde Licht der Abendsonne fühlen.

 

Wir sollten
beim Schließen der Türen
nicht vergessen,
etwas davon mit ins Haus zu nehmen,
vor allem
ein Stück des Himmels.
Gemeinsam mit den Mitarbeitern grüßt Sie und wünscht Ihnen Entspannung in den Ferien-Tagen und dann einen guten Start im August,

Ihr Pfarrer Dr. Michael Höhle