Gedanken zum Monat

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gäste,

vom 14. bis 28. September wird eine Ausstellung über Mutter Teresa in Heilige Familie zu sehen sein. 1910 in Skopje (Albanien) geboren, stammte sie aus einer wohlhabenden katholischen Familie. Mit 18 tritt sie in den Orden der Schwestern der Jungfrau von Loreto ein. Sie wird nach Indien geschickt, wird Lehrerin, schließlich Schulleiterin. 17 Jahre wirkt sie in dieser Aufgabe, sicher sehr segensreich für die ihr anvertrauten Schülerinnen. Aber sie weiß auch, dass vor den schützenden Mauern die Armenviertel Kalkuttas mit unbeschreiblichem Elend liegen. Eine Zugfahrt zu Exerzitien von Kalkutta nach Dargeeling am 10. September 1946 ändert alles. Sie fühlt sich von Christus angesprochen: „Mich dürstet“ nach dir, nach den Menschen, zu denen ich dich schicken will. Sie spürt, sie muss alles, ihren Platz, ihre Aufgabe, ihre Sicherheit, sogar ihren Orden verlassen, um mit den Armen zu leben. Später wird sie sagen, ihre Heimat im Orden zu verlassen, war das Schwerste, das sie je getan hat. Ein Abenteuer: Statt ihres Ordenskleides trägt sie nun den weißen Sari der Inderinnen. Etwas Neues entsteht: Als sie 1997 stirbt, hat sie mit ihren „Missionaries of Charity“ fast 600 Häuser in 120 Ländern gegründet. Ein Leben lang wird Mutter Teresa unbequeme Wahrheiten sagen: „Armut ist nicht Gottes Schöpfung. Sie kommt von dir und mir. Sie ist die Folge unserer Weigerung, mit anderen zu teilen. Gott schuf nicht die Armut, sondern uns. Das Problem wird nicht gelöst sein, bis wir gelernt haben, unsere Habgier aufzugeben.“ Heute, wo die Preise steigen und Ängste hochkommen, dass unser Wohlstand bedroht sei, brauchen wir solche heilsamen Provokationen. Hilfreich sind auch die Fragen, die Mutter Teresa einmal so beantwortete:

– Der schönste Tag? – Heute
– Das größte Hindernis? – Die Angst
– Das Leichteste? – Sich irren
– Die Wurzel aller Übel? – Der Egoismus
– Die schönste Zerstreuung? – Die Arbeit
– Die schlimmste Niederlage? – Die Mutlosigkeit
– Die besten Lehrer? – Die Kinder
– Die erste Notwendigkeit? – Sich mitteilen
– Das größte Glück? – Nützlich für andere sein
– Der schlimmste Fehler? – Die schlechte Laune
– Das gemeinste Gefühl? – Rache und Groll
– Das schönste Geschenk? – Das Verständnis
– Das Unentbehrlichste? – Das Daheim
– Das wohltuendste Empfinden? – Der innere Frieden
– Die beste Lösung? – Der Optimismus
– Die größte Genugtuung? – Die erfüllte Pflicht
– Die stärkste Kraft der Welt? – Der Glaube
– Die notwendigsten Menschen? – Die Eltern
– Das Schönste auf der Welt? – Die Liebe
Lassen Sie uns nach den Sommerferien den Weg weiter. Die beiden Kirchweihfeste geben Gelegenheit zum Miteinander. Gemeinsam mit den Mitarbeitern grüßt Sie

Ihr Pfarrer Dr. Michael Höhle