Wiesenburg - eine adlige Konvertitin am Anfang einer Diasporagemeinde

Vortragsabend des Diözesangeschichtsvereins am 26. November

Etwa 100 Kilometer südwestlich von Berlin liegt Wiesenburg, ein Dorf im Fläming mit ungefähr 1300 Einwohnern, mit einem gepflegten Schlosspark, den der rührige Förderverein auf seinem Flyer als „das bedeutendste Gartendenkmal zwischen Potsdam und Wörlitz“ rühmt, und mit dem eindrucksvollen vierflügeligen Schloss, dass von 1999 bis 2003 durch einen privaten Investor saniert und zu Eigentumswohnungen umgestaltet wurde.

Weithin vergessen ist, dass sich im Nordflügel zwei Schlosskapellen befanden: Die eine, 1881/82 für die täglichen Andachten der Schlossbewohner bestimmt, wurde seit der Konversion der Gräfin Elisabeth von Fürstenstein im Jahr 1905 auch für den katholischen Gottesdienst genutzt. Eine zweite, der heiligen Elisabeth von Thüringen geweiht, richtete ihre Familie im Sterbezimmer der Gräfin ein und ließ sie kunstvoll im Stil der Beuroner Schule gestalten.

1950, als sie durch die Flüchtlinge aus den Ostgebieten dringend benötigt wurde, duldeten die DDR-Machthaber die St. Elisabeth-Kapelle nicht mehr im inzwischen zur Schule umgewidmeten Schloss. Der Belziger Pfarrer Erich Tschetschog kämpfte vergebens um ihre Erhaltung und erreichte wenigstens einen Kapellen-Neubau im Ort, der 1999 entwidmet wurde.

Die Geschichte der Kapelle erzählt vom Geschick einer kleinen katholischen Diasporagemeinde und von den Motiven der adligen Konvertitin, die an ihrem Anfang stand.

Herzliche Einladung zum Vortragsabend des Diözesangeschichtsvereins!

Referent Pfarrer Dr. Michael Höhle
Wann? Dienstag, 26. November 2019, 19.30 Uhr
Wo? Pfarrsaal Heilige Familie