
Konfessionelle Vielfalt und die deutsche Migrantenschaft im Manchester des neunzehnten Jahrhunderts
Der besondere Abend im September
Manchester erlebte seine Blütezeit als führende Industriemetropole und globales Zentrum des Baumwollhandels im neunzehnten Jahrhundert. Aufgrund des rasanten Bevölkerungswachstums und der Vielschichtigkeit der Stadtgesellschaft entfaltete sich damals eine vielfältige konfessionelle Landschaft in der Stadt: Neben der anglikanischen Staatskirche waren etliche Kaufleute und andere Mitglieder der aufstrebenden Mittelschicht Nonkonformisten, wobei insbesondere sich der Unitarismus großer Beliebtheit erfreute. Tausende Einwanderer aus Irland, die in ihrer Heimat der Armut und Diskriminierung ausgesetzt waren, brachten ihren katholischen Glauben mit und nach zwei Hauptwellen der Migration entwickelte sich Manchester zur zweitgrößten jüdischen Gemeinde Großbritanniens nach London.
Die Deutschen bildeten die größte Migrantengruppe und spielten eine prägende Rolle im Wirtschaftsleben des viktorianischen Manchesters.
Rasch integrierten sie sich in die bürgerliche Gesellschaft der Stadt und es fand ein reger geistiger Austausch statt: Man teilte dasselbe liberale und aufgeschlossene Gedankengut und entdeckte und schätzte mit Begeisterung die jeweils andere Kultur, Sprache und Literatur. Leider setzte der Ausbruch des Ersten Weltkriegs diesem fruchtbaren und harmonischen Zusammenleben ein jähes Ende.
Wann? Donnerstag, 17. September 2026, 19.30 Uhr
Wo? Pfarrsaal Heilige Familie, Wichertstr. 22, 10439 Berlin