Lernen mit und von Corona – die Gemeinde Heilige Familie auf den Spuren der kanaanäischen Frau

Der Gedanke ist so naheliegend wie einfach: Den Gottesdienst ins Freie zu verlegen. Die Teilnehmerzahl ist damit praktisch unbeschränkt und gemeinsames Gemeindesingen ist wieder möglich. Doch der Gedanke will erst einmal entwickelt und umgesetzt werden. Anlässlich des Familiengottesdienstes am 16. August wurde bei hochsommerlichen Temperaturen mit strahlend blauem Himmel dieses Experiment gestartet und damit vielleicht ein neues Kapitel aufgeschlagen auf dem Weg zur Normalität in Corona-Zeiten.

Die Geschichte der kanaanäischen Frau mit dem großen Glauben, die Jesus belehrte, bildete zusammen mit der Begrüßung und Segnung der Schulanfänger den inhaltlichen roten Faden des Gottesdienstes.

Der Mensch kommt erst durch das Lernen in sein Gleichgewicht, wie die Kinder an Hand einer Figur, die der letzte Firmkurs bei einem Besuch in der Fazenda Esperanca gesehen hat und die umfällt, sobald man ihr das Buch aus der Hand nimmt, anschaulich ausprobieren konnten.

„Jetzt muss ich Sie erst einmal etwas fragen.“ So leitete Pfarrer Höhle den Übergang zu den Vermeldungen ein. „Wie haben Sie den Gottesdienst unter freiem Himmel empfunden?“, so lautete die Frage, die nahezu unisono auf fast allen Bänken und Stühlen mit einem deutlichen „beide Daumen hoch“ beantwortet wurde.

Weist das schon den Weg? Es waren wieder viel mehr Teilnehmer als in den Wochen zuvor, in denen sich die Besucherzahl zur Sonntagsmesse am Vormittag auf einem niedrigen Niveau eingependelt hatte mit stetig fallender Tendenz. „Es wird sich entwickeln müssen“ resümierte Pfarrer Höhle schon im Vorfeld und machte sich keine Illusionen. Die Atmosphäre war gut, das Gemeindesingen aber noch vorsichtig verhalten.

So fiel es nicht allzu schwer den Beschluss zu fassen, dieses Konzept an den folgenden Sonntagen zu wiederholen, solange es das Wetter zulässt.

Text und Fotos: Andreas Suhl