Ganz bei Trost – Exerzitien im Alltag in der Fastenzeit 2021

Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott

Man nennt die Kapitel 40 bis 55 des Jesajabuches „Trostbuch für Israel“. Es sind wohl die schönsten und kraftvollsten Texte der Bibel – hineingesprochen in eine aussichtslose, trostlose Lage. In diesem Jahr hören wir sie anders als sonst. In den „Exerzitien im Alltag“ wollen wir diese Worte von Gott gemeinsam hören – 4 Wochen lang.

Falls Sie noch Interesse an einer Teilnahme haben, so wenden Sie sich bitte an das Pfarrbüro ( per Telefon: (030) 445 41 50 oder E-Mail: )


1. Woche – „Tröstet, tröstet, mein Volk!“ spricht euer Gott

Es folgen die Texte für die erste Woche. Der 1.-7. Tag entspricht dem 26.02.-4.03.2021


2. Tag – Befreiung

Ich habe mir vorgenommen, in diesen vier Wochen täglich ein halbe Stunde für Stille und Besinnung und Gebet zu reservieren. Ich finde mich nun zu meiner Zeit an meinem Meditationsplatz ein.

Sammlung

Ich beginne meine stille Zeit mit einer Geste, einem Kreuzzeichen, einer Verneigung, oder … Dann sammle ich mich mit dem Körpergebet.

Lesen Sie die Anleitung zum Körpergebet auf Seite 5 zuerst in Ruhe durch und üben Sie dann auswendig.

Besinnung

Tröstet, tröstet, mein Volk! spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr,
dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist. (LÜ)

Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. Redet Jerusalem zu Herzen und verkündet der Stadt,
dass ihr Frondienst zu Ende geht, dass ihre Schuld beglichen ist. (EÜ)

Jesaja 40, 1-2

„Kleine Kinder – kleine Sorgen, große Kinder – große Sorgen.“ Ein kleines Kind zu trösten, das hingefallen ist und sich wehgetan hat, ist uns recht vertraut und fällt uns leicht. Aber wie ist es mit dem Trost, wenn wir erwachsen werden? Wie ist es mit dem Trost für mich heute?

  • Ich lese die Verse mehrmals, möglichst laut oder halblaut für mich. Ich lausche auf den Klang, die Satzmelodie, den Rhythmus und präge mir Worte ein, die mich besonders ansprechen.
  • Gibt es einen Lebensbereich, in dem ich mich zurzeit als bedrängt, unfrei und trostbedürftig erlebe: gesundheitlich, in Partnerschaft, Familie, Beruf, Weltgeschehen … ?
  • Was könnte mich trösten? Wonach sehne ich mich - ein Wort, eine Geste, eine Berührung, … ?

Ich schließe meine Gebetszeit bewusst mit einer Geste (Kreuzzeichen, Verneigung, …) ab.

Impuls für den Tag

Der Impuls für den Tag hilft, das Thema der Besinnung untertags weiter zu bedenken.

  • Ich achte darauf, wo mir heute Freundlichkeit begegnet.

Tagesrückblick

Ich kann mir den Vorschlag für das tägliche „Ritual auf der Bettkante“ (s.S. 6) auf meinem Kopfkissen oder Nachttisch bereitlegen, und schließe damit meinen Exerzitientag ab.

Ich lege meine Hände zu einer Schale im Schoß zusammen und halte Gott diesen heutigen Tag hin, so wie er war.
Dann löse ich meine Hände und lasse mit dieser Bewegung den Tag los.
Nun lege ich beide Hände auf meinen Herzraum und höre Gottes Zuspruch:

„Diesen Tag, so wie er eben heute war, gebe ich zurück in Gottes Hände und höre, wie ER zu mir sagt: „Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“

Jesaja 41, 10b

Danach kann ich mich bekreuzigen und mich zur Ruhe legen.