Schließung des St. Josefsheims

Die Geschäftsführung der Caritas Altenhilfe gGmbH hat den Pfarrer am 04.06.2019 über folgenden Sachverhalt in Kenntnis gesetzt:

Das Caritas-Seniorenheim St. Josefsheim muss nach 74 Jahren zum 30.09.2019 geschlossen werden. Als Träger der Einrichtung bedauern wir diese Entscheidung sehr. Uns ist bewusst, dass die Schließung für unsere Bewohnerinnen und Bewohner sowie unsere engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen tiefen Einschnitt mit sich bringen wird und sehen uns in einer besonderen Verantwortung, die notwendigen Schritte mit der größtmöglichen Unterstützung und Fürsorge für Bewohner/innen und Mitarbeiter/innen durchzuführen. Die Gründe für diese Entscheidung sind Defizite im baulichen Brandschutz. Das Risiko für Bewohner/innen und Mitarbeiter/innen im Falle eines Brandes können wir trotz aller organisatorischen und technischen Maßnahmen nicht mehr länger tragen.

Nach der Beschlussempfehlung im Aufsichtsrat und der Beschlussfassung durch die Gesellschafterversammlung werden sowohl unsere Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Angehörige und alle Mitarbeitenden der Einrichtung umgehend über die Schließung des St. Josefsheimes und deren Gründe informiert. In den nächsten Wochen werden wir gemeinsam mit den Bewohnerinnen und den Bewohnern und deren Angehörigen eine geeignete Einrichtung der Caritas Altenhilfe oder ein neues Zuhause in einem Heim eines anderen Trägers suchen. Die Organisation des Umzuges und die Umzugskosten werden von der Caritas Altenhilfe gGmbH übernommen. Soweit wie möglich, werden wir allen Mitarbeitenden aus dem Seniorenheim St. Josefsheim in unseren anderen Häusern einen Arbeitsplatz anbieten und hoffen, dass uns viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten bleiben.

Die Caritas Altenhilfe gGmbH hat die Trägerschaft für das Haus im Jahr 2011 von der Josefsheim GmbH übernommen. Die Einrichtung war zuvor baulich saniert an die CAH übergeben worden. Bei Reparaturarbeiten an den Decken fielen Brandschutzmängel auf. Sofort wurde durch die CAH eine Überprüfung des baulichen Zustandes eingeleitet. Ende 2017 erhielten wir ein umfassendes Brandschutzgutachten, welches Mängel im baulichen Brandschutz der gesamten Einrichtung aufzeigt. Beispielsweise sind aufgrund des Denkmalschutzes und baulicher Besonderheiten diverse Zugänge zu Fluren und Treppenhäusern nicht brandschutztechnisch gesichert. Die moderne Brandmeldeanlage im Haus war bereits zur Feuerwehr aufgeschaltet. Mit zusätzlichen organisatorischen Brandschutzmaßnahmen (Brandwächter, Evakuierungsschulungen, Brandschutzübungen) haben wir dafür gesorgt, dass im Brandfall entsprechend reagiert werden kann. Diese Übergangslösung ist jedoch für eine noch längere Dauer nicht tragbar.

Weiterhin haben wir seit Kenntnis der Brandschutzmängel verschiedene Wege geprüft, diese im laufenden Betrieb beziehungsweise im Teilbetrieb zu beseitigen. Unsere Überzeugung ist, dass eine Sanierung im laufenden Betrieb für unsere Bewohnerinnen und Bewohner nicht zumutbar ist. Eine Sanierung im Teilbetrieb durch temporäre Verlegung der Bewohner würde ebenfalls mit großen Belastungen für alle Beteiligten einhergehen. Die Dauer einer Sanierung ist aufgrund der Besonderheiten des Gebäudes nicht absehbar. Die Behebung der Brandschutzmängel verursacht erhebliche Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro, für deren Refinanzierung, z. B. über die Anhebung des Investitionsentgeltes, keine Möglichkeit gefunden werden konnte.

Nach der Schließung soll es künftig eine caritativ-kirchliche Nutzung des Gebäudes und des Geländes in der Pappelallee 60/61 in Berlin-Prenzlauer Berg geben. Geplant ist der Bau einer stationären Altenhilfeeinrichtung, soziale Angebote für alle Generationen und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

Das Mutterhaus der Ordensschwestern ist nicht von den Maßnahmen betroffen. Das gilt auch für die Kirche und das benachbarte Wohnhaus, wo der Projektladen Caridoo vom Caritasverband angesiedelt ist.

Die Diözesancaritasdirektorin und die Geschäftsführung der Caritas Altenhilfe wird an der nächsten Sitzung des Kirchenvorstands am 02.07. teilnehmen, um in den Dialog über die Umsetzung des Beschlusses zu treten.